23.08.2013

USA: Heuchlerischer Bericht beleuchtet das Leiden und den Tod der Greyhounds in Neuseeland

Heuchlerischer Bericht beleuchtet das Leiden und den Tod der Greyhounds in Neuseeland
30. Juli 2013

Ein Greyhound im Manukau Stadion in Auckland, November 2012

Im Februar überreichte die Greyhound Protection League of New Zealand der Regierung mehr als 1.500 Unterschriften und rief zu einer unabhängigen Untersuchung der Greyhound Rennindustrie auf. Obwohl dieser Ruf nach Transparenz bisher nicht zum Eingreifen der Regierung führte, so hatte er doch zu einer völlig ungewohnten Antwort durch die Hunderennveranstalter geführt.
Letzte Woche hat die New Zealand Greyhound Racing Association einen 56- seitigen Bericht veröffentlicht, in dem sie sich selbstkritisch betrachtet, während sie zur gleichen Zeit den Bericht als "unabhängige" Untersuchung bezeichnet. Was sie herausgefunden haben ist, milde gesagt, ein wenig bizarr.

Der Bericht beginnt auf der ersten Seite mit der Aussage, dass die Autoren keine Beweise für Probleme mit dem Tierschutz gefunden hätten:
" Die Mitglieder des Untersuchungsteam fanden nur wenige Hinweise auf Probleme im Zusammenhang mit der Pflege von Windhunden während ihrer Rennkarriere."
So geht es weiter:
"Interviews mit Beteiligten der Greyhound Rennindustrie zeigen, dass vielen Besitzern und Trainern das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Hunde wichtig ist und sie sich deren ganzes Leben lang leidenschaftlich um sie kümmern."
Es ist nun wirklich keine Überraschung, dass die Hunderennindustrie ihre Art der Geschäftsführung für gut befindet. Aber der Rest des Berichtes überrascht schon. Wenn man diese Ausführungen beiseite lässt, zeigen die verbleibenden Seiten des Berichtes nachdrücklich auf, warum Hunderennen beendet werden sollten. In der Tat wird im nächsten Abschnitt ein sehr schweres Problem erwähnt:
"Unsere Untersuchung zeigt, dass ungefähr 35% der geborenen Greyhoundwelpen es nie bis auf die Rennbahn schaffen. Wegen fehlender umfassender Aufzeichnungen waren die Mitglieder des Untersuchungsteams nicht in der Lage herauszufinden, was mit diesen Greyhounds geschieht."
Im Abschnitt danach deutet der Bericht an, dass zwischen 2009 und 2012 ungefähr siebenhundert Greyhounds getötet wurden, und dass die wahre Anzahl möglicherweise viel höher liegt:
"30% der 2.305 Greyhounds, die in den Jahren zwischen 2009 und 2012 aus dem Rennbetrieb ausgeschieden sind, werden vom NZGRA als verstorben geführt. Diese Zahl dürfte allerdings signifikant höher sein, da es keine effektive Buchführung über die ausgeschiedenen Greyhounds gibt."
Die nächsten dreißig Seiten enthalten im Wesentlichen eine lange Liste von einem Tierschutzproblem nach dem anderen:
"Ein weiteres Problem für die Windhund- Rennindustrie sind die während der Rennen auftretenden Verletzungsrisiken."

"Trotz der tierärztlichen Betreuung während den Rennen ist die Praxis der Erfassung und Überwachung von Verletzungen in Neuseeland unzureichend."
"Bei der Überprüfung zeigte sich eine Kultur der Nicht- Durchsetzung und Nicht- Einhaltung der Tierschutzgesetze."
"Es besteht die Notwendigkeit, dass Windhundbesitzer mehr Verantwortung für ihre Hunde übernehmen. Es gibt im Moment noch keine Regeln des NZGRA, die diese Übernahme der Verantwortung einfordern."
"Es gibt keine Kontrollen oder Vorschriften bezüglich der Kontrolle der Geburtenzahlen bzw. der Qualität von Windhund- Aufzuchten."
"Bei der Überprüfung fragten wir Besitzer und Trainer, ob sie jemals einen gesunden Windhund eingeschläfert hätten. Aus den Antworten ergab sich, dass 77% bereits gesunde Windhunde eingeschläfert hatten."
Das umfassende Aufzählen von den Bedenken zum Schutz der Tiere wird auf der Seite 31 kurz unterbrochen, wo der Bericht merkwürdigerweise behauptet, dass es eigentlich keine Probleme gäbe:
" Zwar gibt es immer wieder einmal Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen können wir feststellen, dass Renn- Windhunde während ihrer Karriere gut betreut und gepflegt werden."
Wie auch immer, dieser Ablehnung wird bereits im nächsten Satz widersprochen, indem darauf hingewiesen wird, dass "es keine formalen Mindeststandards für das Wohlergehen der Tiere gibt."
Auf den weiteren Seiten setzt der Bericht seine Auflistung von schweren Bedenken zum Tierschutz fort:
"Es muss vermerkt werden, dass 40% der Trainer gar nicht wissen, dass die NZGRA Regeln zum Wohlergehen der Tiere besitzt."

"Es gibt derzeit keine detaillierte Analyse über Berichte von Verletzungen und es gibt keine Analysen darüber, ob bestimmte Rennbahnen oder Teile von Rennbahnen, spezielle Trainer oder spezielle Greyhounds auffällig sind."
"Der Vorstand des NZGRA hat im Jahr 2012 ein Komitee für das Wohlergehen der Tiere ins Leben gerufen. ... Trotzdem gibt es keinen Hinweis darauf, dass zu diesem Komitee auch unabhängige Mitglieder mit speziellem Wissen in Tierschutzfragen gehören."
"Der Vorstand der NZGRA ist nicht so pro- aktiv bezüglich der Tierschutzproblematik wie er eigentlich sein sollte."
"Es gibt im Moment keinen ausgewiesenen Tierschutzbeauftragten im Vorstand der NZGRA und die Tierschutzmaßnahmen, die vom NZGRA durchgeführt werden, liegen auf den Schultern einiger Manager und Mitarbeiter, die dies zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit bewerkstelligen müssen."
Letztendlich endet der Bericht mit der Erklärung, dass es einen "deutlichen Bedarf" für "Veränderungen in der Greyhound Rennindustrie hinsichtlich der Regeln und Regularien, der Ausbildung und Wahrnehmung und der Einstellung zu Tierschutzfragen und zum Wohlergehen“ gibt.
Ich muss mich wundern, ob ein solch heuchlerischer Bericht ausschließlich aus der Greyhound-Rennindustrie kommen kann. Um diesen bizarren Bericht zusammenzufassen: es gibt keine Probleme, ausgenommen einer Menge Probleme, aber eigentlich gibt es keine Probleme, aber es gibt eine "klare Notwendigkeit" die Probleme, die die Industrie nicht hat, zu lösen.

Die Gesetzgeber, Journalisten und Mitglieder der Öffentlichkeit sollten diesen Bericht sorgfältig lesen und daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen. Wollen sie wirklich eine Industrie unterstützen, die für das Leid der Greyhounds und deren Tod verantwortlich ist?


Quelle: http://blog.grey2kusa.org/2013/07/two-faced-report-highlights-greyhound.html

Übersetzung: Hey W.



Anmerkung zur Übersetzung:
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