Vor die Hunde gegangen: Angst um Greyhound- Rennen, wenn die Walthamstow-Rennbahn geschlossen bleibt
Die BULLDOZER stehen bereit, um eine weitere Britische Greyhound- Rennbahn einzuebnen, dies wirft sofort neue Sorgen um den Sport auf.
Von David Paul veröffentlicht am 3. November 2013
Am Ziel: Das Walthamstow Stadion, das im Jahr 2008 geschlossen wurde, kann nun in Wohnraum umgewandelt werden
Sinkende Zuschauerzahlen haben die Anzahl der lizenzierten Rennbahnen, die früher Horden von Rennfans angelockt haben, von 85 auf 25 Bahnen reduziert.
Zu den Spitzenzeiten des Sports gab es weitere 100 nicht lizenzierte Rennbahnen – hiervon sind noch 10 übrig geblieben.
Das letzte, das nun für alle Zeiten geschlossen wurde, ist das nicht lizenzierte Westhoughton Stadion in Bolton, Lancs, das abgerissen werden soll. Auf dem Gelände sollen Wohnhäuser entstehen. Lizenzierte Bahnen in Portsmouth, Reading, Milton Keynes, Walthamstow und Oxford gehören zu denen, die bereits geschlossen wurden.
Um ihnen zu helfen die Greyhound- Rennen weiter durchführen zu können, hat Ian Holden, dem das Westhoughton Gelände gehört, den Veranstaltern der Greyhound- Rennen nur die Hälfte der Jahresmiete berechnet, die sie vor 10 Jahren bezahlt haben. Aber er sagte, dass er sich dies nicht länger leisten kann.
Er sagte: “Es ist einfach nicht dauerhaft lebensfähig. Es ist ja nicht so, als ob ich es heute gekauft hätte und es morgen schließen würde.”
Nach der Schließung von Walthamstow (oben)
ist Wimbledon die einzig verbliebene Rennbahn in London [GETTY]
Früher gab es alleine in London 25 Rennbahnen, jetzt gibt es nur noch die eine in Wimbledon.
Die ersten Greyhound Rennen fanden im Vereinigten Königreich im Jahr 1926 im Belle Vue Stadion in Manchester statt und wurde sofort ein Erfolg. Bis in die 60er Jahre zogen regelmäßig 50.000 Leute in das White City Stadion in London, dort, wo heute das BBC Büro ist.
Auf der anderen Seite der Hauptstadt wollen Entwickler das berühmte Walthamstow Stadion, das im Jahr 2008 geschlossen wurde, in einen Wohnungs- und Erholungsbereich wandeln.
Die Zahl der Leute, die zu Hunderennbahnen gehen, ist um 40% in den letzten 8 Jahren von 3,5 Millionen im Jahr 2005 auf heute 2,1 Millionen gesunken.
Aber bereits im Jahr 1961 geriet der Sport in Schwierigkeiten, als Wettgeschäfte außerhalb der Rennbahn legalisiert wurden. Zuvor musste man zur Rennbahn gehen, wenn man eine Wette platzieren wollte.
Der leichte Zugang zum Wetten wie z.B. die
Online-Platzierung wurde für den Niedergang
der Hunderennen verantwortlich gemacht [GETTY]
Die Fernsehübertragung von Pferderennen war ein weiterer Sargnagel für die Hunderennbahnen im Land.
Weiterhin hat die Regierung den Wettbüros im Jahr 1993 erlaubt bis in die Abendstunden geöffnet zu bleiben. Dies bedeutet, dass die Glücksspieler sich die Rennen in ihren lokalen Wettbüros ansehen, in denen sie ihre Wetten platzieren. In jüngerer Zeit hat die wachsende Zahl von Online- Spielen dem Sport einen weiteren Schlag versetzt.
James McCreadie vom Greyhound Board of Great Britain (Nationaler Greyhound-Rennverband), welches die verbliebenen 25 lizenzierten Rennbahnen betreibt, sagte: “Die Besucherzahlen sind um 40% gesunken, aber es gibt eine Menge mehr Auswirkungen.”
Er fügte hinzu: “Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Früher gingen die Arbeiter direkt von der Arbeit auf die Rennbahn, um dort ihre Wetten zu platzieren. Heutzutage ist der Sport mehr zu einer Art Freizeitvergnügen, zur Entspannung geworden.“
“Es bleibt ein erschwingliches Abendvergnügen und ist sehr populär für Junggesellen- Abschiedspartys, aber jeder kann nun zu Hause sitzen und seine Wetten am eigenen Computer platzieren.“
“Es gibt einen ganz natürlichen Rückgang – der Sport ist immer noch populär, aber die Umstände haben sich geändert.”
Wie dem auch sei, der millionenschwere Geschäftsmann Harry Findlay möchte dem Trend trotzen und das Oxford Stadion kaufen, im letzten Dezember wurde dort das letzte Rennen durchgeführt.
Findlay, dem bereits die Greyhound- Rennbahn in Coventry gehört, kämpft im Moment mit dem Bauträger Galliard Homes über die Kontrolle des Geländes. Wenn er scheitert, wird das Stadion abgerissen und 220 Wohnhäuser gebaut.
Findlay sagt, dass er für 1,2 Mio. £ das Stadion der Eigentümerfirma abkaufen würde und er ist überzeugt, dass der Sport dort eine Zukunft hat. Deshalb möchte er bereits im März nächsten Jahres dort wieder Rennen veranstalten.
Quelle:
http://www.dailystar.co.uk/news/latest-news/348756/Gone-to-the-dogs-Fears-for-greyhound-racing-as-Walthamstow-track-closes
Übersetzung: Hey W.